Visbek – eine mittelalterliche Grabung

17. Juni – 30. September 2011: Ausstellung zur neu entdeckten Siedlung bei Visbek

Museum im Zeughaus Zitadelle 15, 49377 Vechta Tel.: 04441/9309-0, Fax: 04441/ 9309-4 E-Mail: info@museum-vechta.de Internet: www.museum-vechta.de Di.–So. 14:00–18.00 Uhr

Funde aus den Grabungen, die 2005 bis 2009 bei Visbek stattfanden und eine bisher unbekannte mittelalterliche Siedlung zu Tage förderten, werden nun erstmals gezeigt. Seit im Jahre 2003 auf einem geplanten Erweiterungsgelände einer Sandgrube nordwestlich von Visbek Spuren menschlicher Siedlung entdeckt wurden, hat das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, Stützpunkt Oldenburg, in den Jahren 2005 bis 2009 mehrere Grabungen in diesem Gebiet vorgenommen.

Die Funde lassen auf eine mittelalterliche Siedlung schließen, die etwa im 9. Jahrhundert begann und, möglicherweise mit Unterbrechungen, bis ins 13. Jahrhunderts bestand. Sie war bisher völlig unbekannt und in keiner erhaltenen schriftlichen Quelle erwähnt. Neben den Überresten mehrerer Langhäuser und anderer Gebäude stießen die Archäologen auch auf Keramik und andere Fundstücke. Zu den weiteren Funden zählen Webgewichte und einige Eisengegenstände, wie etwa ein Hufeisen und eine Schmiedezange. Besonders bemerkenswert ist die Entdeckung eines Gebäudes mit Steinkeller, was für die Region äußerst ungewöhnlich ist und möglicherweise auf eine herausragende Stellung der Siedlung schließen lässt. Hervorzuheben ist auch ein gut erhaltener, aus unbearbeiteten Findlingen gefertigten Ofen mit Brennraum und Schürloch.

Zusammen mit den Funden aus den Grabungen in Cloppenburg 2002 und Holdorf 2006 beginnt sich mit den Erkenntnissen aus den Grabungen bei Visbek eine Forschungslücke in Bezug auf ländliche Siedlungen im Mittelalter im Oldenburger Münsterland zu schließen. Die Ausstellung ist gemeinsam vom Museum im Zeughaus und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Stützpunkt Oldenburg, organisiert worden. In ihr werden erstmals Funde der Grabungen gezeigt und in drei Zeitschnitten die mittelalterliche Siedlungsentwicklung dargestellt. Auf dem Außengelände des Museums wird außerdem ein Grubenhaus rekonstruiert, in dem neben einem Webstuhl auch der gut erhaltene Steinofen zu besichtigen ist.