Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Lederfunde der Vorrömischen Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit aus Nordwestdeutschland

Julia Gräf, Lederfunde der Vorrömischen Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit aus Nordwestdeutschland. Studien zur Landschafts- und Siedlungsgeschichte im südlichen Nordseegebiet (SLSN) 7. Rahden/Westf. 2015. ISBN 978-3-86757-337-5, 54,80 €

In den Moorgebieten Nordwestdeutschlands wurden im Laufe der über hundert Jahre langen Phase ihrer intensiven Ausbeutung zahlreiche Lederfunde der Vorrömischen Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit entdeckt und geborgen. Die vorliegende Arbeit wirft anhand dieser Funde einen umfassenden Blick auf das Material Leder und seine Verarbeitung sowie auf die Verwendung von Leder im Barbaricum. Die vorliegende Arbeit umfasst neben technischen Untersuchungen des Werkstoffs Leder auch eine kleine Entwicklungsgeschichte des Gerberhandwerkes. Trotz der geringen Anzahl an Funden repräsentiert das untersuchte Material nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens wie Kleidung, Transport, Bewaffnung und Siedlungsabfall. Der Fokus der Untersuchungen liegt dabei auf der chronologischen Einordnung der Objekte, ihrer räumlichen Verbreitung und dem Vergleich mit dem Fundmaterial aus den benachbarten Regionen in Dänemark und den Niederlanden. Anhand des umfangreichen Siedlungsabfalles der Feddersen Wierde gelang es mit Hilfe von Strontiumisotopenanalysen, die Herkunft der Tiere, deren Haut als Leder verwendet wurde, festzustellen. Den Abschluss des Bandes bildet ein Vergleich mit dem zeitgleichen Textilhandwerk, um herauszuarbeiten, welchen Entwicklungsstand das Lederhandwerk in der Vorrömischen Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit in Nordwestdeutschland hatte.