Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Neues aus Niedersachsens Urgeschichte

Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 79, 2010. Hrsg. v. d. Archäologischen Kommission für Niedersachsen e.V. u. d. Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, durch Henning Haßmann. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010; VIII u. 298 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; farbiges Titelbild. ISBN 978-3-8062-2435-1/ISSN 0342-1406. Kartoniert. Je Band 42,– € (daneben ermäßigter Abonnementpreis).

Die „Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte“ sind die landesweite archäologische Fachzeitschrift, die jeder in der Archäologie Tätige für die laufende Arbeit im Lande und weit darüber hinaus benötigt.

Der vorliegende Band enthält aktuelle Beiträge aus der staatlichen und kommunalen Archäologie sowie den Forschungseinrichtungen des Landes Niedersachsen. Die Entdeckung eines neolithischen Erdwerkes bei Stolzenau im Landkreis Nienburg an der Weser schließt eine empfindliche Forschungslücke. Über Rettungsgrabungen auf einem mehrperiodigen Fundplatz in Baccum, Stadt Lingen, Ldkr. Emsland, berichtet das Team aus dem Stützpunkt Oldenburg des NLD. Im Umland der befestigten Höhensiedlung Hünenburg bei Watenstedt, Ldkr. Helmstedt, wurde ein jungbronze-/früheisenzeitlichen Friedhof ausgegraben. Die Untersuchungen zur Kirchenburg in Ankum lassen Schlüsse auf einen Adelssitz des 10. Jahrhunderts zu. Über die mittelalterliche Wüstung Moseborn bei Holzerode, Ldkr. Göttingen, gibt es neue Erkenntnisse zur Datierung des Siedlungsablaufs, zur Ausdehnung der Siedelfläche und zur Erhaltung mittelalterlicher Baubefunde. Die Tierknochenreste aus dem Dominikanerkloster Norden ermöglichen Einblicke in die Ernährungsgewohnheiten im Kloster (13. bis 16. Jh.). Während in der Frühphase vorwiegend Fisch nachweisbar ist, ein Hinweis auf eine Ernährung nach christlichen Regeln, weist die Spätphase deutliche Indizien für ein Klientel aus höheren sozialen Schichten auf. Salztorfabbau in vergangenen Zeiten und seine Folgen für die Umwelt dokumentieren Wissenschaftlerinnen aus dem Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung. Ein Kongressbericht mit zahlreichen Beiträgen aus Anlass des 30jährigen Jubiläums des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes beschließt den Aufsatzteil. Nach den Buchsprechungen beschließt der Tätigkeitsbericht der Archäologischen Kommission für Niedersachsen den Band.