Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Studien zur Landschafts-und Siedlungsgeschichte im südlichen Nordseegebiet 1

Annette Siegmüller, Die Ausgrabungen auf der frühmittelalterlichen Wurt Hessens in Wilhelmshaven. Siedlungs- und Wirtschaftsweise in der Marsch. Mit Beiträgen von Käthe Scheer(†) und Udelgard Grohne, Friederike Bungenstock, Wolf-Rüdiger Teegen und Michael Schultz. Studien zur Landschafts- und Siedlungsgeschichte im südlichen Nordseegebiet 1. Verlag Marie Leidorf GmbH, Rahden/Westf. 2010. 289 Seiten, 158 Abbildungen, 7 Tabellen, 9 Beilagen. ISBN-13: 978-3-86757-331-3/ISBN-10: 3-86757-331-X. Hardcover. 59,80 €.

Das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NIhK) hat 2010 den ersten Band seiner neuen Reihe „Studien zur Landschafts-und Siedlungsgeschichte im südlichen Nordseegebiet“ (SLSN) herausgegeben. In dieser Reihe werden in Zukunft monographische Beiträge insbesondere aus den Arbeitsbereichen Siedlungsarchäologie, Vegetationsgeschichte sowie Landschafts-und Küstenforschung vorgelegt werden. Dabei ist vor allem an die am NIhK betreuten Dissertationen und die Ergebnisse der hier durchgeführten Forschungsprojekte gedacht. Die als Dissertation an der Universität Hamburg entstandene Arbeit von Annette Siegmüller fasst die in mehreren Grabungen von 1938 bis 1963 gewonnenen Ergebnisse auf der Wurt Hessens in Wilhelmshaven zusammen, die vom frühen 7. bis ins 13. Jh. besiedelt gewesen ist. Insgesamt wurden hier vier Hofstellen erfasst, die fast durchgängig mit dreischiffigen Wohnstallhäusern bebaut waren. Auf einer freien Fläche befand sich ein großer Fething zur Speicherung von Regenwasser, der zusätzlich mit einer massiven Holzkonstruktion zur Schafwäsche diente. Ferner wurde in einem umgenutzten Wohnstallhaus eine Gleitschienenanlage freigelegt, auf der flachbodige Küstenschiffe in das Gebäude gezogen werden konnten. Das hervorragend erhaltene vielfältige Fundmaterial spiegelt das Gebrauchsgerät einer ländlichen Siedlung mit nur wenig Importstücken wider. Durch die Lagerung im feuchten Marschboden ist der organische Anteil am Fundgut ungewöhnlich hoch.