Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

HöhlenErlebnisZentrum - Iberger Tropfsteinhöhle: Verwandte in der Bronzezeit

HöhlenErlebnisZentrum - Iberger Tropfsteinhöhle, An der Tropfsteinhöhle 1 (B 242), D-37539 Bergstadt Bad Grund (Harz), Tel.: 05327/829-391, Fax:05327/829-496, E-Mail : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Homepage : www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de

Ganzjährig geöffnet. Juli und August: täglich (auch montags) 10:00–17:00 Uhr, Oktober: täglich (auch Mo.) 10:00–17:00 Uhr, Übrige Zeit: Di.-So. 10.00–17.00 Uhr, Mo. außer an Feiertagen sowie am 24.12. geschlossen

Mit dem 2008 eröffneten HöhlenErlebnisZentrum wurde ein Dreiklang aus neuem „Museum am Berg", 160 m langem, aus dem Fels gesprengtem „Museum im Berg" und Millionen Jahre alter Tropfsteinhöhle geschaffen. Für ein breites Publikum konzipiert, bietet es die lebendige Auseinandersetzung mit der Erdgeschichte und ein faszinierendes Highlight deutscher Höhlenarchäologie. Im „Museum im Berg" wird die Geologie des Ibergs, einem einstigen Korallenriff in der Südsee, auf sinnliche Weise vermittelt. An diesen Museumsteil schließt sich die Iberger Tropfsteinhöhle an – faszinierendes Erdinneres, einst bedeutendes Eisenerzbergwerk und vielbesuchte Schauhöhle seit 1874.

Das „Museum am Berg" ist einer Sternstunde der Wissenschaft gewidmet. Es zeigt die exklusiven archäologischen und molekularbiologischen Forschungsergebnisse aus der Lichtensteinhöhle. Diese Höhle am Südharzrand, etwa 15 Kilometer vom HöhlenErlebnisZentrum entfernt, war vor fast 3000 Jahren das Grab eines Familienclans. Da sie der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, wurde sie in Teilen originalgetreu rekonstruiert und schwebt nun – begehbar – im Museumsgebäude.

Das anhand der Skelettfunde der 40 Toten von der Uni Göttingen entwickelte Verfahren zur Analyse alter DNA ermöglichte es weltweit erstmalig, Verwandtschaftsbeziehungen einer frühgeschichtlichen Menschengruppe zu belegen und den Stammbaum der „ältesten bekannten Großfamilie der Welt" zu entwickeln. Aus dieser wurde eine Kleinfamilie – Vater, Mutter und Tochter – plastisch rekonstruiert. Anhand der vielfältigen Funde – Bronzeschmuck, Werkzeuge, Perlen, Gefäße, Pflanzenreste, Tierknochen u. v. m. – wird deren längst hochentwickelte Lebenswelt auf lebendige Weise und mit Bezug zum Heute dargestellt. Durch einen DNA-Test an heute in der Nähe der Lichtensteinhöhle lebenden Menschen wurden Nachfahren der vor 3.000 Jahren lebenden „Lichtensteiner" gefunden. Es entstand nicht nur der älteste, sondern auch der bislang längste genetisch belegbare Stammbaum der Menschheitsgeschichte.