Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Neues aus der Landschaft

Die Ostfriesische Landschaft ist eine der traditionellen Stätten für die Archäologie Nordwestniedersachsens. Archäologischer Dienst und Forschungsstelle blicken auf viele erfolgreiche Jahrzehnte in Forschung und Denkmalpflege zurück.

Damit war es aber nicht getan. Als am 1. Mai 2008 Dr. Rolf Bärenfänger das Amt des Landschaftsdirektors erhielt, war das auch ein Vertrauensbeweis an das archäologische Team. Dr. Rolf Bärenfänger, seit langem Vorsitzender der Archäologischen Kommission für Niedersachsen, arbeitet seit 1991 bei der Ostfriesischen Landschaft. Zu nennen sind seine vorbildhaften Untersuchungen im ehem. Kloster Barthe und die zahlreichen großflächigen Siedlungsgrabungen in den Gewerbegebieten der Region wie bei der Betreuung linearer Projekte (Pipelines, Straßenbau). Dabei kamen Burgen und Stadtkerne nicht zu kurz. Dass er auch große Projekte zeitnah publizieren konnte, bleibt besonders hervorzuheben. Für die Arbeit als Landschaftsdirektor darf ihm alles Gute gewünscht werden.

Bereits zum November 2007 ging Dr. Wolfgang Schwarz in den verdienten Ruhestand. Seit 1972 prägte er die archäologische Forschung in Ostfrieslands entscheiden mit. Zu erwähnen sei einmal die Fortsetzung der Archäologischen Landesaufnahme Ostfrieslands, wohl die vollständigste in Deutschland. Schwarz unternahm die ersten wissenschaftlichen Grabungen im ehem. Kloster Ihlow, untersuchte die neolithische Grab- und Kultanlage in Wisens, erstellte mehrere Monographien (u. a. zur Landesaufnahme und zur Urgeschichte Ostfrieslands). Die Grabungen am Upstalsboom wie auch in der Beningaburg bei Wirdum fanden ebenfalls weit über die Region hinaus Beachtung.

Der Wechsel der beiden Wissenschaftler gab die Gelegenheit, das archäologische Team neu aufzustellen. Mit Dr. Sonja König und Dr. Jan Kegler sind zum 1. Januar 2009 hervorragende Kräfte gewonnen worden, den eine Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit zu wünschen ist. Frau Dr. Sonja König stammt aus der Umgebung aus Hannover. Nach dem Studium der Ur und Frühgeschichte mit dem Schwerpunkt Mittelalter promovierte sie nach dem Magisterexamen 1999 bei Prof. Dr. Stephan an der Universität Göttingen über die Funde der Stadtwüstung Nienover 2006. Bereits 2003 bis 2005 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Braunschweig. Die reiche Grabungserfahrung und das Organisationsgeschick wird sie auch in der Zukunft gebrauchen müssen.

Der gebürtige Kölner, Dr. Jan Kegler, absolvierte 1999 sein Magisterexamen und promovierte 2007 über ein altsteinzeitliches Thema an der Universität Köln. Beruflich sammelte er nicht nur reiche Erfahrungen als Ausgräber, sondern auch als wissenschaftlicher Projektkoordinator Ausgrabungsleiter an archäologischen Ausgrabungen im Verlauf der ICE-Neubaustrecke Erfurt – Halle/Leipzig. Hervorzuheben sind seine Arbeiten an verschiedenen international aufgestellten Forschungsprojekten zum Paläolithikum, aus der u. a. seine Dissertation hervorgegangen ist. Nunmehr hat er die wissenschaftliche Leitung des Forschungsinstituts der Ostfriesischen Landschaft und vertritt vor allem die Urgeschichte, während Dr. König im Archäologischen Dienst tätig ist.