Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Kreisarchäologie Harburg neu besetzt 

Seit dem 1. November 2005 ist Dr. Jochen Brandt neuer Kreisarchäologe für den Landkreis Harburg mit Dienstsitz im Helms-Museum in Hamburg-Harburg. Er folgt damit Wulf Thieme nach, der nach 30 Jahren auf dieser Position nunmehr in Pension gegangen ist.

Jochen Brandt ist gebürtiger Hamburger, verbrachte aber den Großteil seiner Jugend in dem Landkreis, in den ihn der Beruf nun zurückgeführt hat. Nach Abitur und Zivildienst studierte er in Kiel Ur- und Frühgeschichte und schloss sein Studium 2000 mit der Promotion über „Jastorf und Latène. Kultureller Austausch und seine Auswirkungen auf soziopolitische Entwicklungen in der vorrömischen Eisenzeit“ ab. Unmittelbar anschließend leitete Jochen Brandt eine Grabungskampagne auf dem sächsischen Gräberfeld von Buxtehude-Immenbeck. Danach ging er für vier Jahre nach Mecklenburg-Vorpommern, wo er zunächst als Grabungsleiter, später als Projektverantwortlicher im Referat für Sonderprojekte des Landesamtes für Bodendenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern den Bau von Straßen und Erdgasleitungen archäologisch betreute.

Zum Ziel hat sich Jochen Brandt gesetzt, die archäologische Bodendenkmalpflege trotz des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks weiterhin in ihrem gesamten Umfang zu vertreten und ihre Aktivitäten stärker als bisher in die Öffentlichkeit zu tragen, um so ihren gesellschaftlichen Stellenwert im und für den Landkreis weiter zu verdeutlichen.

Sein Vorgänger Wulf Thieme M.A. kam nach dem Studium der Ur- und Frühgeschichte in Hamburg, Saarbrücken und Kiel 1975 nach Harburg. Zu den Höhepunkten seines archäologischen Wirkens gehörten das spätsächsische Gräberfeld in Wulften, der völkerwanderungszeitliche Urnenfriedhof zu Tötensen und das große Siedlungsareal in Daerstorf, über die er regelmäßig in den Schriftreihen der Archäologischen Kommission für Niedersachsen berichtete.