Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Blick in den Spiegelberg

Andreas Schäfer, Jürgen Bohmbach (Hrsg.), Ein Blick in den Spiegelberg. Archäologische Forschungen auf dem Stader Burghügel 1985-2005. Eine erste Bilanz der Untersuchungen. Ausgrabungen in Stade, Band 2 = Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Stade, Band 25. Stadt Stade, Stade 2005. 131 Seiten mit zahlreichen Grafiken und z. T. farbigen Abbildungen. ISBN 3-938528-01-X. Hartkarton 12,00 €

Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in Stade der letzten 20 Jahre sind bisher nur sehr vereinzelt publiziert worden, in zwei Kapiteln der Stadtgeschichte von 1994, im „Stader Jahrbuch“ und in Sammelbänden, die der interessierten Öffentlichkeit in der Stadt nicht ohne weiteres zugänglich sind. Einzige Ausnahme war 1998 die Publikation der unter dem Zeughaus aufgefundenen Grablege Erzbischof Gottfrieds. Im Mittelpunkt steht zunächst der Bericht über die in den Jahren 1985 und 1986 durchgeführten Untersuchungen des Spiegelbergs. Der „Blick in den Spiegelberg“ macht die erste Nutzung, das Alter und die Abfolge der Aufschüttungen ebenso sichtbar wie die dort errichtete Burganlage. Die erste Nutzung um 900 und die bald darauf folgende Aufhöhung waren mit der Errichtung der ersten Burganlage verbunden, die im Bericht Thietmars von Merseburg über den Wikingerüberfall 994 erwähnt wird. Detailliert werden die weiteren Aufschüttungen des Burghügels bis in die erste Hälfte des 13. Jhs. geschildert und damit ein instruktiver Überblick zur frühen Stadtentwicklung gegeben. Eng mit diesem Beitrag verbunden sind die Ergebnisse der Ausgrabungen der Kirche St. Pankratii, der eigentlichen Burgkirche, in den Jahren 1978/79. Einen großen zweiten Komplex bilden die Untersuchungen in der Burgstraße. Die Untersuchungen auf dem Grundstück Burgstraße 5 im November 2004 führten zu einer Bestätigung der Aufbauphase im 10. Jh. Umfangreicher und mit Hypothesen versehen ist der Bericht über die 1995 durchgeführte Grabung auf den Grundstücken Burgstraße 1-3. Im Vergleich zu den älteren Grabungsergebnissen entwickelt er drei Modelle zur Frühphase der Burg, die auf dem Hintergrund der Grabungen diskutiert werden. Dabei steht der Spiegelberg als Symbol der historisch wichtigen Rolle Stades im Mittelalter. Allerdings wäre für die Gesamtbeurteilung noch weitere Untersuchungen erforderlich.

Das Buch richtet sich an archäologisch und historisch interessierte Stader Bürger sowie an das archäologische Fachpublikum. Zu erwerben ist der „Blick in den Spiegelberg“ im Buchhandel, bei der Stadtarchäologie und im Stadtarchiv Stade (Tel.: 04141/401-342).