Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Das weiße Gold der Kelten 

Eine Ausstellung über das urgeschichtliche Salzbergwerk und Gräberfeld von Hallstatt.

23. Februar bis 30. Juli 2006, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Hauptgebäude, Willy-Brandt-Allee 5, 30169 Hannover, Tel.: 0511 / 9807-683, Fax: 0511 / 9807-684, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Di.‑So. 10:00‑17:00 Uhr; Do. 10:00‑19:00 Uhr; Mo. geschlossen.

Salz ist lebensnotwendig. Für Jahrtausende war sein Wert vergleichbar mit dem des Goldes, denn mit Salz wurden Lebensmittel haltbar gemacht. Bei Hallstatt im österreichischen Salzkammergut liegt das bekannteste prähistorische Salzbergwerk der Welt, in dem noch bis zum heutigen Tag Salz gewonnen wird. Erste Spuren der Nutzung des Salzes von Hallstatt gehen bis in die Jungsteinzeit vor 7000 Jahren zurück. Seit der Mitte des 19. Jhs. werden archäologische Ausgrabungen in Hallstatt durchgeführt, die ein reiches Fundmaterial mit außergewöhnlichen Funden von Weltrang erbracht haben. Dieser bedeutende Fundort gab einer ganzen prähistorischen Epoche – der Hallstattzeit – ihren Namen.

Im ersten Teil der Ausstellung wird vom prähistorischen Salzbergbau berichtet. Gut erhaltene Werkzeuge und Gerätschaften illustrieren die Arbeit unter Tage. Der hohe Salzgehalt des Bergwerkes konservierte eine Vielzahl einmaliger organischer Fundmaterialien – darunter Stoff, Leder, Lindenbast, Fell, Holz und sogar Essensreste und Fäkalien der Bergleute. Im zweiten Teil werden die Funde des Gräberfeldes präsentiert. Die Skelettreste der Menschen von Hallstatt lassen die Spuren ihrer Arbeitsbelastung erkennen. Den Toten wurden Prunkgeschirr, Waffen und aufwendiger Schmuck aus Bronze, Bernstein, Elfenbein und Gold mitgegeben. Diese außergewöhnlich kostbaren Grabbeigaben zeugen von großem Reichtum und Luxus der Salzbergleute, was wiederum zur Rekonstruktion eines neuen Gesellschaftsmodells führt: Reichtum und harte Arbeit haben sich nicht zwangsläufig ausgeschlossen!

Im 19. und frühen 20. Jh. wurden die Ausgrabungen regelmäßig von der kaiserlichen Familie, so auch vom Kaiserpaar Franz Joseph und seiner Gemahlin Sissi besucht. Oft bekamen die hohen Gäste wertvolle Fundstücke als Geschenke überreicht. Eine der Goldfibeln aus Hallstatt hat eine aufregende Odyssee hinter sich: Sie wurde von Erzherzog Ferdinand Maximilian als Souvenir von der Grabung im Jahre 1856 mitgenommen. Sie galt als verschollen, bis sie 1987 in der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin identifiziert wurde, wohin sie Anfang des 20. Jhs. über den Kunsthandel gelangt war.