Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

ArchäologieLandNiedersachsen

25 Jahre Denkmalschutzgesetz – 400 000 Jahre Geschichte

Eine Ausstellung des Landesmuseums für Natur und Mensch Oldenburg in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege Hannover

Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Forum des Landesmuseums (gegenüber der Marktkirche) (21. April 2005 bis 31. Juli 2005), Tel. (05 11) 98 07-6 83, Fax (05 11) 98 07-6 84, Homepage: www.nlmh.de, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Di.‑ So. 10‑17 Uhr, Do. 10‑19 Uhr, Mo. geschlossen

Braunschweigisches Landesmuseum (Sonderausstellungszentrum Hinter Aegidien) (Oktober 2005 bis Mitte Januar 2006), 38100 Braunschweig, Tel.: 0531/1215-2661, Di.‑Fr u. So. 10‑17 Uhr, Sa. u. Mo. geschlossen.

Aus Anlaß des 25-jährigen Jubiläums des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes gibt eine große Landesausstellung einen eindrucksvollen Einblick in die Erfolgsbilanz des niedersächsischen Weges einer Arbeit im breit gefächerten, interdisziplinären Denkmalpflege- und Forschungsnetzwerk. Auf seiner Zeit- und Entdeckungsreise durch die großen Naturräume wird der Besucher über die Arbeitsweise und die Ergebnisse archäologischer Denkmalpflege informiert. Schaufenster mit Fundobjekten, Filmpräsentationen, Stereoskopieaufnahmen und Textinformation sind in sechs große Landschaftspanoramen von der Küste bis ins Mittelgebirge eingebunden. Die Archäologie der mittelalterlichen Burgen, Kirchen, Klöster und Städte wird in landesweiter Perspektive vermittelt. In einem Ausblick wird das Thema Archäologie und Zeitgeschichte beleuchtet.

So werden in der Ausstellung eine ganze Reihe archäologischer Sensationen gezeigt, darunter viele von europäischem oder gar Weltrang: z.B. das altpaläolithische Wildpferdjagdlager von Schöningen mit den ältesten Holzspeeren der Welt. In niedersächsischen Mooren konnten in Form von Pfahlwegen die ältesten Kunststraßen der Welt und der Nachweis eines der ältesten Wagen erbracht werden. Der spätpaläolithische Bernsteinelch von Weitsche ist das älteste Kunstwerk Norddeutschlands. Die ältesten vollständig erhaltenen Möbel Mitteleuropas aus einem Grab in der Marsch legen Zeugnis von der Kunstfertigkeit völkerwanderungszeitlichen Holzhandwerks ab. Zu bestaunen sind immer wieder auch kunstvolle Metallarbeiten wie z.B. reicher Schmuck aus dem bronzezeitlichen Prunkgrab von Heiligenthal. Gläser aus der Stadtwüstung Nienover, der Braunschweiger Innenstadt oder der Glashütte Grünenplan vermitteln einen Einblick mittelalterlicher Glaskunst. Römische Militaria aus dem legendären Ort der Varusschlacht bei Kalkriese oder mittelalterliche Armbrustbolzen stehen für kriegerische Auseinandersetzungen. In der Ausstellung wird immer wieder deutlich, wie groß der Verlust an archäologischem Erbe durch den enormen Flächenverbrauch ist, wie aber genau dadurch großflächige Untersuchungen komplexer Gräberfelder und Siedlungsstrukturen ermöglicht werden. Dafür stehen z.B. die bandkeramische Siedlung von Göttingen-Grohne und das Schlüssellochgräberfeld von Vechta. Prospektionsverfahren wie Flugprospektion, Geophysik und historische Geographie werden ebenso erläutert wie Ausgrabungs-, Vermessungs- und Dokumentationsmethoden. Durch die Vermittlung von Methoden kann der Ausstellungsbesucher teilnehmen am spannenden Erkenntnisprozeß interdisziplinärer Forschung (DNA-Analysen an menschlichen Knochen aus der Lichtensteinhöhle im Harz zur Rekonstruktion komplexer Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den niedergelegten Toten oder Ergebnisse aus Montanarchäologie im Harz). Die Ausstellung wurde vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Landesmuseum Natur und Mensch unter dessen Federführung konzipiert und Institutionen-übergreifend vom gesamten Netzwerk niedersächsischer Archäologinnen und Archäologen vorbereitet. Hierzu erschien ein umfangreicher Begleitband und weiter Schriften:

Archäologie|Land|Niedersachsen, Hrsg. vom Landesmuseum Natur und Mensch und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege durch M. Fansa, F. Both und H. Hassmann. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004. ISBN 3 8062 1926 5. 688 Seiten mit über 800 zumeist farbigen Abbildungen. Gebunden mit Schutzumschlag 34,90 € (Museumsausgabe 28 €, Ausstellungsführer 9 €, Kinderbuch 6 €).