Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Dorf des Mittelalters auf der EXPO 2000

Tobias Gärtner, Die mittelalterliche Wüstung Edingerode. Archäologische Untersuchungen auf dem Expogelände in Hannover. BAN – Beiträge zur Archäolgie in Niedersachsen, Band 6. Verlag Marie Leidorf, Rhaden/Westf. 2004. 482 Seiten mit 53 Tafeln, 203 Tabellen u. 1 Beilage. ISSN: 1439-7552 / ISBN: 3-89646-926-6. Hartkarton 71,50 €.

Von 1996 bis 1999 wurden am SW-Hang des Kronsberges auf dem Expo-Gelände in Hannover rund 70% der schriftlich bekannten Wüstung Edingerode (9.-14./15. Jh.) ausgegraben (4,6 ha). Die Untersuchung ergab Einblicke in Hausbau und Siedlungsstruktur eines mittelalterlichen Dorfes in einem archäologisch wenig erforschten Gebiet. Die zahlreichen Hausgrundrisse, die teils noch Hofplätzen zuzuweisen waren, sind von nordwestdeutscher Form, wobei auf einschiffige Pfostenbauten ab dem 11./12. Jh. Gebäude mit seitlichen Anbauten und schließlich (nicht erhaltene) Schwellenbauten folgten. Die Keramik wurde in drei Hauptphasen und weitere Unterphasen gegliedert und datiert die Baubefunde. Zudem fanden sich teils seltene Funde aus Metall, Bein, Stein, Holz und Leder. Ergänzend wurden aus dem Stadtgebiet die Funde von mindestens 16 weiteren Wüstungen, der Altstadt und von der Burg Lauenrode (Anfang 13. Jh. bis 1371) aufgearbeitet. Die Besiedlung der Altstadt begann, von Spuren seit dem 9. Jh. abgesehen, flächig im 12. Jh. Es wurden alle gedruckten Schriftquellen und viele Altkarten, insbesondere zur Lokalisierung der Wüstungen, herangezogen.