Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Neues aus Niedersachsens Urgeschichte

Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 72, 2003. Hrsg. v. d. Archäologischen Kommission für Niedersachsen u. d. Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Kommissionsverlag Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2003. VIII, 207 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Tabellen, farbiges Titelblatt, ISBN 3-8062-1842-0 / ISSN 0342-1406. Kartoniert 42,00 € (daneben ermäßigter Abonnementspreis).

Pünktlich zum Jahresende legten die niedersächsischen Archäologen Ergebnisse ihrer Grabungen und Forschungen im neuen Band 72, 2003 der „Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte“ vor. Den Hauptschwerpunkt des Bandes bilden Aufsätze zu den Burgen und Befestigungen Niedersachsens von der Urgeschichte bis ins Mittelalter. So werden Befunde und Funde aus der bronzezeitlichen bis völkerwanderungszeitlichen Befestigung Hünenburg bei Watenstedt, Ldkr. Helmstedt, vorgestellt. Hervorzuheben ist der Bericht über die Ergebnisse einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Modellstudie, in der Konzepte zum Erhalt von ur- und frühgeschichtlichen Befestigungsanlagen unter den Bedingungen moderner Forstwirtschaft entwickelt werden (Beispiel Schnippenburg bei Ostercappeln, Ldkr. Osnabrück). Ein Beitrag behandelt die jüngsten Vermessungsergebnisse von slawischen Burgwällen im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Im folgenden Forschungsüberblick werden die wichtigsten Holzbaubefunde aus Grabungen hoch- und spätmittelalterlicher Burgen zwischen Ems und westlicher Ostsee zusammengestellt. Ein weiteres Kernstück ist neben einigen kleineren Beiträgen die Publikation der Ausgrabungen von St. Annen bei Bad Münder, Ldkr. Hameln-Pyrmont, einem Wallfahrtsort mit Kirche und Nebengebäuden umfassend archäologisch untersucht worden. Hierbei kam neben den klassischen Grabungsmethoden und den historisch-geographischen Mitteln des Karten- und Quellenstudiums der geophysikalischen Prospektion eine besondere Rolle zu.