Archäologie in Niedersachsen 20, 2017

Vorwort

Vorwort

20 Jahre Archäologie in Niedersachsen! Unter dem Dach und auf Initiative der Archäologischen Kommission für Niedersachsen e.V. hatte sich im Jahre 1997 ein kleines ambitioniertes Redaktionsteam zusammengefunden, um ein neues Format zur Vermittlung von archäologischen Informationen aus unserem Bundesland zu begründen. Die neue Reihe sollte modern aufgemacht, gut und allgemein verständlich sein und damit das breite Interesse an der schriftlosen Vergangenheit wecken und vertiefen. Was in einzelnen Regionen, zumal auf kommunaler Ebene, bereits identitätsstiftend funktionierte, sollte als landesweites Konzept umgesetzt werden als schlaglichtartige Darstellung der Ergebnisse aus Forschung, Denkmalpflege und musealer Arbeit. Einer der wichtigsten Grundgedanken war dabei, über eine verbesserte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit die Belange des Faches zu stärken und seine Akzeptanz zu erhöhen.

Das Konzept wurde damals zunächst durchaus kontrovers diskutiert. Die Skeptiker sahen keinen landesweiten Bedarf, zu eingeschränkt seien die regionalen Sichtweisen, z.B. würde der Harz nicht an der Nordsee interessiert sein und umgekehrt. Ein Erfolg würde sich nicht einstellen, weil solch ein Format keine Perspektive hätte. Anders war der Blick der Befürworter: Auch wenn das Wort von Niedersachsen als „Land der Regionen“ seinerzeit noch nicht so en vogue war wie heute, sahen sie die Teile, auch in ihrer Verschiedenheit, gemeinsam als Ganzes. Und sie konnten sich vorstellen, dass mit den Jahren, auf lange Sicht, ein schönes umfangreiches Archiv entstehen würde, das vor allem der Öffentlichkeit lokale, regionale und übergeordnete Ergebnisse und Facetten der niedersächsischen Archäologie nachhaltig präsentieren würde.

Neben dieser fachlichen Diskussion stand die Frage der Finanzierung einer neuen Reihe. Ihre Klärung gab schließlich grünes Licht für das Erscheinen des ersten Bandes im Jahre 1998. Denn das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, namentlich Ministerialrat Günter Nagel, war von Beginn an von dem Konzept überzeugt und erkannte das Desiderat. Er sorgte für einen Druckkostenzuschuss für den ersten Band, auch für den zweiten und schließlich auch für den dritten. Danach musste die Archäologie in Niedersachsen auf eigenen Füssen stehen und sich im regulären Haushalt der Archäologischen Kommission behaupten. Mit nicht ganz unberechtigtem Stolz kann ich hier ihr Bestehen auch im 20. Jahr vermelden und hinzufügen, dass skeptische Stimmen schon seit vielen Jahren verstummt sind.

Am ursprünglichen Konzept der Archäologie in Niedersachsen und am Erscheinungsbild haben sich bis zum vorliegenden 20. Band nur unwesentliche Änderungen ergeben. Die drei Standbeine sind nach wie vor das aktuelle Schwerpunktthema, die allgemeinen Beiträge und die „Pinwand“ mit aktuellen Meldungen zu Ausstellungen, Publikationen und anderem Wissenswerten aus der Archäologie. Allenthalben verändert hat sich über die Jahre die Zusammensetzung des Redaktionsteams. Zahlreiche engagierte Kolleginnen und Kollegen haben sich inzwischen neben ihrem Dienst der ehrenamtlichen Aufgabe unterzogen, der Zeitschrift ihr Gesicht zu erhalten, indem sie die eingelieferten Teste redaktionell geprüft und bearbeitet haben. Das war und ist nicht immer einfach, weil trotz klarer Vorgaben die Qualität und der Umfang der Beiträge aufeinander abzustimmen sind, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten. Zum Redaktionsteam der ersten Stunde gehörte die Göttinger Stadtarchäologin Betty Arndt M.A., die maßgeblich zur Konzeption der Archäologie in Niedersachsen beitrug und die als Schriftleiterin bis heute für deren Qualität und Kontinuität Sorge trägt.

Der vorliegende 20. Band der Archäologie in Niedersachsen enthält wieder eine stattliche Anzahl interessanter Beiträge aus allen ur- und frühgeschichtlichen Epochen unseres Bundeslandes. Damit sind zusammengenommen in den 20 Jahren 701 Artikel veröffentlicht worden, davon entfallen auf das jeweilige Schwerpunktthema 367, auf den allgemeinen Teil 334. Diese eindrucksvollen Zahlen lassen den Aufwand hinsichtlich der redaktionellen Bearbeitung und Koordination erkennen. Ebenso dokumentieren sie Kreativität und nicht nachlassendes Engagement unserer Autorinnen und Autoren, für deren Leistung an dieser Stelle ebenfalls ausdrücklich gedankt sei!

 

Dr. Rolf Bärenfänger

Vorsitzender der Archäologischen Kommission für Niedersachsen e.V.

 

AiN

 

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