Magister- und Dissertationsthemen

Archäologische

Kommission

für Niedersachsen e.V.

 
     

Diese Seite wendet sich zum einen an die Studierenden der europäischen Vor- / Ur- und Frühgeschichte und der Mittelalterarchäologie. Sie wendet sich zum anderen an die aktiven Ausgräber in der Denkmalpflege und der Forschung. Sie will Mittler sein, wenn es darum geht, niedersächsische Grabungsergebnisse wissenschaftlich auszuwerten und zu publizieren. Studierende, die auf der Suche nach einem Thema für eine Abschlußarbeit sind, sollen hier fündig werden. Die niedersächsischen Archäologen sollen hier Fragestellungen und Themen anbieten, die im Rahmen eines universitären Abschlusses bearbeitet werden können.

Dieses Forum bedarf der ständigen Aktualisierung, wenn es im Laufe der Zeit wachsen und seinen Zweck erfüllen soll. Die niedersächsischen Kollegen seien deshalb gebeten, neue Themen rasch an den Vorstand der Archäologischen Kommission zu übermitteln, damit sie hier eingestellt werden können. Die Interessenten können sich dann über einen Link direkt mit dem Anbieter in Verbindung setzen. Vorinformationen zu den angegebenen Fundplätzen sind in der Regel in der Niedersächsischen Fundchronik (Beihefte Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte) zu finden. Möglichkeiten zur Publikation bestehen u. a. in den von der Archäologischen Kommission herausgegebenen Reihen.

Die ur- / vorgeschichtlichen Themen

· Dissertation / Magister: Die endbronze- und früheisenzeitlichen Siedlungs- und Begräbnisüberreste an der mittleren Aue/Lühe, Landkreis Stade

Ausgrabungskampagnen mehrerer Jahre beschäftigten sich mit Siedlungsüberresten aus dem Zeitbereich der Endbronze- und Früheisenzeit. Die Befunde lassen Aufschlüsse zur Siedlungstopographie erwarten. Es liegen mehrere 14C-Datierungen und botanische Untersuchungen an Probenmaterial vor. Einige Funde sind gezeichnet, für einen Teilbereich ist die Vorlage eines Fund- und Befundkatalogs in Vorbereitung. Bei einer gemeinsamen Untersuchung der Siedlungsstellen und den aus dem Bereich vorliegenden Begräbnissen wird sich für einen begrenzten Raum in einer begrenzten Zeit ein Siedlungsverlauf rekonstruieren lassen. Ein woher und wohin ist insofern verfolgbar, als auch bronzezeitliche und jastorfzeitliche Fundstellen vorliegen.

Archäologische Denkmalpflege Landkreis Stade, Agathenburg, Mai 2003

 

· Magister: Die urgeschichtlichen Grab- und Siedlungsfunde in Nortmoor, Landkreis Leer, Ostfriesland

In einem Gewerbegebiet sind in mehreren Grabungskampagnen zahlreiche Grab- und Siedlungsfunde des Neolithikums, der späten Bronze- und frühen vorrömischen Eisenzeit zutage gekommen. Für einige der Gräber liegen 14C-Datierungen vor; das Fundmaterial ist z. T. bereits zeichnerisch dokumentiert. Anhand der Auswertung der Grabungen und im Rückgriff auf diverse Altfunde können Teile der Siedlungsgeschichte dieser interessanten Landschaft nachgeschrieben werden.

 Ostfriesische Landschaft, Aurich, März 2003

 

· Dissertation: Gräberfelder der jüngeren Bronze- und späten Eisenzeit mit Eingehungen

Zwischen 1995 und 2009 wurden durch die Bezirksregierung Weser-Ems bzw. das NLD drei Gräberfelder der jüngeren Bronze- und älteren Eisenzeit in Vechte, Uelsen und Lingen ausgegraben. Sie umfassen zusammen knapp 400 Brandgräber in Form von Urnengräbern und Leichenbrandhäufchen. Befunde ohne Leichenbrand, aber mit Einhegungen, deuten auf Kenotaphe hin. Eine beträchtliche Zahl der Gräber weist Einhegungen in Form von Schlüsselloch-, Lang- oder Kreisgräben auf, die sich unterschiedlich über die Gräberfelder verteilen, sich mal überschneiden, mal deutlich meiden. In Lingen wurden zudem Pfostensetzungen innerhalb der Einhegungen beobachtet. Die Zahl der Beigaben ist wie für die Region und zeitüblich bescheiden. Die beträchtliche Zahl der Gräber pro Nekropole bietet gute Grundlagen für anthropologische Untersuchungen, von denen einige für Uelsen bereits stattgefunden haben.

(Vorberichte: Eckert, J., Ein Gräberfeld der jüngeren Bronzezeit in Vechta. In: Archäologie – Land – Niedersachsen. (Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. Beiheft 42, 2004, 384-386. Eckert, J.: Urnen in Uelsen. Archäologie in Niedersachsen 8, 2005, 104-107. J. E. Fries u. F.-M. Näth: Gräber aller Art und auch noch Häuser. Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 2008, Heft 4.)

Jana.Fries@nld.niedersachsen.de, NLD Stützpunkt Oldenburg, Dezember 2009

 

· Magister: Eine eisenzeitliche Urnengruppe in Buxtehude-Ottensen

Die Urnengruppe wurde zwischen 1995 und 1997 in einem Baugebiet ausgegraben. Entdeckt wurden 50 Bestattungen eines noch größeren Gräberfeldes, dessen gesamtes Ausmaß jedoch nicht erfasst werden konnte. Bereits vor 50 Jahren hat W. Wegewitz, Helms-Museum Hamburg, in der näheren und weiteren Umgebung verschiedene Urnen freigelegt und teilweise veröffentlicht. Bei der Aufarbeitung sind diese Funde und Befunde mit einzubeziehen, um ein Gesamtbild des Bestattungsbildes und -raumes zu bekommen.

Die Urnen sind weitgehend geklebt, die meisten Funde restauriert, vereinzelt liegen bereits Umzeichnungen vor. Ein bronzener Lochgürtelhaken, Knochennadeln, Ringe und Eisenfibeln datieren die Gruppe in die ausgehende vorrömische Eisenzeit. Leichenbranduntersuchungen werden bei Übernahme des Themas veranlaßt.

 Denkmalpflege Buxtehude, Februar 2005

Die frühgeschichtlichen Themen

· Magister: Die Siedlung der Römischen Kaiserzeit von Haverlah, Ldkr. Wolfenbüttel

Die Kartierung von Oberflächenfundmaterial von der Fundstelle "Im Weiler" deuten in dem weit gestreuten Areal darauf hin, daß sich mehrere Hofstellen lokalisieren lassen. In den letzten Jahre erfolgten mehrere kleinere Grabungen, um die Erhaltungsbedingungen zu klären. Nur in tiefer gelegenen Hangbereichen konnten noch gut erhaltene Befunde dokumentiert werden. Immerhin gelang erstmals der Nachweis von kaiserzeitlichen Pfostenbauten im niedersächsischen Nordharzvorland. Anhand des schönen Fundmaterials, darunter mehrere Fibeln, läßt sich der Komplex chronologisch gut einordnen.

NLD Stützpunkt Braunschweig, April 2002

 

· Dissertation / Magister: Die Befunde und Funde aus der Wurt Westeraccum, Ldkr. Aurich

Die Grabungen haben eine vom Beginn der Römischen Kaiserzeit bis heute durchgängige Stratigraphie erbracht. Beginnend zu ebener Erde ist ein Siedlungsplatz mit mehr als 4 m mächtigen Siedlungsschichten dokumentiert worden. Das umfangreiche Fundmaterial ist den natürlichen Schichten zugeordnet und kann entsprechend fein ausgewertet werden. Für einen frühmittelalterlichen Hausrest liegen dendrochronologische Daten vor. Angesichts einiger besonderer Funde soll die Frage der Siedlungskontinuität während der Völkerwanderungszeit besonders diskutiert werden. Das Thema kann unter Einbeziehung früher veröffentlichter Befunde im Umfeld um allgemeine Fragen zur Besiedlungsgeschichte der Nordseemarschen erweitert werden.

Ostfriesische Landschaft, Aurich, März 2005

Die mittelalter- und neuzeitlichen Themen

· Dissertation: Siedlungen des frühen und hohen Mittelalters im südlichen Oldenburger Land

In den Jahren 1999 bis 2005 und 2006 bis 2009 wurden in Visbek und Holdorf, beide Ldkr. Vechta, zwei Siedlungen untersucht, die vom 8. bis in das 13. und vom 9. bis in das 11. Jahrhundert datieren. Es handelt sich jeweils um zwölf und sieben Langhäuser, hinzu kommen 17 bzw. neun Grubenhäuser, teilweise mit Öfen, insgesamt 38 Nebengebäude, außerdem Rutenberge und Brunnen. In beiden Siedlungen trat ein bislang nicht bekannter Keramiktypus auf, dessen Datierung und Verbreitung u.a. zu klären ist. Neben der digitalen Befunddokumentation liegt umfangreiches Fundmaterial vor, dazu für je ein Haus eine Phosphatanalyse. Archäobotanische Untersuchungen sind in Arbeit.

(Vorbericht: J. Eckert, Holdorf – eine mittelalterliche Siedlung im sächsischen Dersagau. Archäologie in Niedersachsen 11, 2006, 113-116)

 Jana.Fries@nld.niedersachsen.de, NLD Stützpunkt Oldenburg, Dezember 2009

 

· Magister: Die Befunde und Funde von den beiden ehemaligen Klöstern in der Stadt Norden, Ostfriesland

Im Bereich des Dominikanerklosters und des Klosters Marienthal konnten durch Ausgrabungen die Standorte der ehemaligen Kirchen und anderer Gebäude lokalisiert werden. Während die Befundsituationen recht klar liegen und lediglich ausführlich darzustellen sind, geht es vor allem um die Auswertung des reichhaltigen Fundstoffes. Ausgenommen davon sind tausende von Fensterglasscherben vom Dominikanerkloster, da sie den vorgegebenen Rahmen sprengen würden. Eine archäozoologische Untersuchung der zahlreichen Tierknochen ist bereits aufgenommen worden.

(Vorberichte: T. Potthoff, Glockenguß und Rosenkranz. Archäologie in Niedersachsen 8, 2005, 129-132. R. Bärenfänger u. M. Brüggler, Mittelalterliches Fensterglas und besondere Kleinfunde vom ehemaligen Dominikanerkloster in Norden, Ostfriesland. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 76, 2007, 171-197)

Ostfriesische Landschaft, Aurich, Mai 2007

 

· Dissertation: Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramikfunde von der Wüstung „Kloster Barthe“, Gde. Hesel, Ldkr. Leer - Untersuchungen zur Herkunft, Technologie und Datierung

Die mehrjährigen Plangrabungen auf der Klosterwüstung haben einen mehr als 45000 Stücke umfassenden Keramikfundus erbracht, der die Zeitspanne des Hochmittelalters bis zum 19. Jahrhundert umfaßt. Eine Siedlungskontinuität dieser Art bietet eine solide Basis für die Bearbeitung der Keramik, da der Fundstoff chronologisch lückenlos behandelt werden kann. Vor allem die Auswertung der frühneuzeitlichen Waren bildet mit den Fragen nach Handelsbeziehungen u.a.m. immer noch ein Desiderat im ostfriesischen Küstenraum. Teile des Materials sind bereits zeichnerisch dokumentiert.

(Vorbericht: R. Bärenfänger, Aus der Geschichte der Wüstung „Kloster Barthe“, Landkreis Leer, Ostfriesland. Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1988 bis 1992. Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 24, 1997, 9-252) 

Ostfriesische Landschaft, Aurich, März 2002

 

· Dissertation / Magister: Die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Glasfunde von der Wüstung „Kloster Barthe“, Gde. Hesel, Ldkr. Leer

Die mehrjährigen Plangrabungen auf dem wüst gefallenen Klosterplatz haben mehr als 3100 Flachglasscherben zutage gefördert, die hinsichtlich Herkunft, Herstellung und Datierung auszuwerten sind. Ein Fundkomplex dieser Größenordnung ist in Nordwestdeutschland bisher die Ausnahme, im Küstengebiet steht er eher isoliert. Seine Edition ist also für die einschlägige Forschung von höchstem Interesse. Das Material ist teilweise bereits zeichnerisch erfaßt. Das Thema kann um die Bearbeitung der Hohlglasfunde erweitert werden.

(Vorbericht: R. Bärenfänger, Aus der Geschichte der Wüstung „Kloster Barthe“, Landkreis Leer, Ostfriesland. Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1988 bis 1992. Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 24, 1997, bes. 169 ff.)

 Ostfriesische Landschaft, Aurich, März 2002

 

· Magister: Die Funde der frühen Neuzeit aus Clausthal-Zellerfeld, Ldkr. Goslar 

Bei Bauarbeiten in Clausthal-Zellerfeld wurden immer wieder fundreiche Kloaken des 17. und 18. Jahrhunderts untersucht. Aufgrund des Reichtums und der weitreichenden Kontakte der Bergstadt handelt es sich um qualitativ sehr hochwertiges Fundmaterial, z.B. auffallend viele emaillierte Gläser und Importkeramik. Die Bearbeitung der Funde kann einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Sachkultur der frühen Neuzeit in Südniedersachsen erbringen.

NLD Stützpunkt Braunschweig, April 2002

 

· Magister: Glasfunde aus Altstadtgrabungen in Buxtehude

In den vergangenen Jahren wurden bei verschiedenen Ausgrabungen in der Altstadt von Buxtehude auch zahlreiche, naturgemäß oft stark zerscherbte Glasfunde gemacht. Es handelt sich dabei um Scherben von verschiedensten Trinkgefäßen des späten Mittelalters, der frühen Neuzeit bis hin zu bemalten Flachglasobjekten und Bierflaschen des frühen 20. Jahrhunderts als Zeugnisse nicht mehr existierender lokaler Brauereien. Die Funde sind nicht vorbereitet und der Bestand muß vor der Aufarbeitung gesichtet und katalogmäßig aufgenommen werden.

Denkmalpflege Buxtehude, August 2004

 

· Magister: Die frühneuzeitlichen Ofenkacheln des Jagdhauses der ostfriesischen Grafen in Ihlow, Ldkr. Aurich

Wie aus Schriftquellen bekannt ist, ließen die ostfriesischen Grafen nach der Niederlegung des Zisterzienserklosters Ihlow auf dem Gelände ein Jagdschloß errichten. Bei Ausgrabungen 1989 und 2005 kamen zahlreiche Bruchstücke von verzierten Ofenkacheln aus der Zeit von ca. 1550 - 1580 zutage, die die Ausstattung des Jagdschlosses mit einem repräsentativen Kachelofen belegen. Das Bildprogramm umfaßt u.a. biblische Motive, aber auch eine Venusdarstellung. Die Bearbeitung sollte sich auf das Bildprogramm konzentrieren, die Herkunft und genaue Datierung des Fundmaterials herausarbeiten und auch Aspekte der Ofentechnologie nicht unberücksichtigt lassen.

Ostfriesische Landschaft, Aurich, März 2006

 

· Für Zoologen

Dissertation: Die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Haus- und Wildtiere von der Wüstung „Kloster Barthe“, Gde. Hesel, Ldkr. Leer

Die mehrjährigen Plangrabungen auf der Klosterwüstung haben viele tausend Tierknochen erbracht. Etliche davon wurden im Zusammenhang, z.B. aus Kadavergruben, geborgen, die Mehrzahl stammt aus stratigraphisch eingebundenen Siedlungsschichten. Da ein entsprechender Fundus aus dem Küstengebiet und darüber hinaus bisher nicht vorliegt, werden interessante Erkenntnisse zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fauna erwartet, die gleichzeitig die wirtschaftlichen Grundlagen des Prämonstratenserklosters und späteren gräflichen Gutes erhellen sollen.

(Vorbericht: R. Bärenfänger, Aus der Geschichte der Wüstung „Kloster Barthe“, Landkreis Leer, Ostfriesland. Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1988 bis 1992. Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 24, 1997, 9-252)

 · Auch aus anderen Siedlungsgrabungen in Ostfriesland liegen für die Römische Kaiserzeit und das Mittelalter Fundkomplexe von Tierknochen vor. Informationen auf Anfrage.

Ostfriesische Landschaft, Aurich, März 2002

 

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