Schwerpunktthema 2018

Arm oder reich?

Fundsituationen mit vielen, auch kostbaren Funden und solche mit wenigen oder sogar ganz ohne Funde werden schnell in solche Kategorien unterteilt. Aber sind unsere heutigen Wertevorstellungen wirklich auf vorgeschichtliche Verhältnisse übertragbar? Seit 200 Jahren gibt es eine fast unüberwindbar feststehende Auffassung davon, was arm und reich ausmacht und unterscheidet. Hat also diese Vorstellung Bestand oder müssen Archäologen umdenken lernen und sich auf den Boden einer wertfreien Neutralität begeben? Berichten der frühen Entdecker und Weltreisenden ist zu entnehmen, dass es soziale Strukturen wohl schon immer und überall gegeben hat, wenngleich mit sehr unterschiedlichen Gewichtungen und Ausprägungen. Der Stärkste, der beste Jäger, der am meisten hat, der mit den besten spirituellen Verbindungen...

Am ehesten, weil am einfachsten zu übertragen, wird in der archäologischen Forschung arm und reich für Gräber mit quantitativ und qualitativ unterschiedlichen Beigabenausstattungen benutzt. Sie kommen der als Schwerpunkt gestellten Frage schon sehr nahe. Aber ist das pauschal auf alle prähistorischen Epochen anwendbar?

Inwieweit lassen sich gesellschaftliche Strukturen auch im Plan einer Siedlungsanlage wiederfinden? Letztendlich war auch der Vorsteher oder die Vorsteherin einer Gemeinde (häufig mit Begriffen wie „Fürst“, „Elite“ o. ä. bezeichnet) auch nur ein Bauer, der auf die gleichen Nahrungsmittel und das gleiche Kochgeschirr angewiesen war, wie jedes einfache Mitglied der Dorfgemeinschaft. Mit Hilfe der eingelieferten Schwerpunktbeiträge soll versucht werden herauszufinden, worauf sich die gesellschaftlichen Differenzierungen begründen. Auch die Frage, ob die materiellen Abstufungen zugleich eine soziale Stellung – in der Lebensgemeinschaft, in der Legende, über die Region hinaus – widerspiegeln, kann möglicherweise beantwortet werden.

Ebenso soll wieder das weite Spektrum der niedersächsischen Archäologie mit spannenden Beiträgen aus den verschiedensten Institutionen bereichert werden. Auch hierzu steht ausreichender Platz im kommenden Heft zur Verfügung.

Der Redaktionsschlusstermin ist der 31.12.2017 und wir bitten um eine fristgerechte Abgabe der Manuskripte zusammen mit möglichst farbig zu haltenden Abbildungen. Bitte beachten Sie die Richtlinien der Redaktion, s.u.

 

Redaktionsschluß zum Ende des jeweiligen Jahres

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